Über die Physiognomie von Vereinsliedern

Fußballlieder fallen für mich unter zwei Kategorien: Die einen versuchen möglichst einfallsreich zu beschreiben, warum der eigene Verein besser, aufregender, liebenswürdiger und kultiger ist als alle anderen. Die anderen legen vor allem Wert darauf, dass man sie auch nach dem sechsten Bier noch fehlerfrei mitsingen kann. Was in einem überproportionalen Gebrauch von Worten wie „Tor!“, „Meister!“ oder „lalala!“ endet. Oder anders gesagt: Die Lieder der zweiten Kategorie sind im Grunde austauschbar – aber machen dafür Mehr…

Pokerpartie um Petersen

Habemus Papam. Peterpam. Petersen. Für SC-Fans, die sich in Sozialen Netzwerken herumtreiben und generell Nachrichten und Gerüchte online aufsaugen, war es heute tatsächlich so, als würde weißer Rauch aufsteigen. Und ungefähr in der Größenordnung eines neuen Papstes ist, glaubt man den Reaktionen, auch die Meldung einzuordnen: Nils Petersen wechselt zum SC Freiburg. Nachdem der einst als Talentwunderstürmerhoffnung zum FC Bayern gekommene Petersen ja schon vergangene Saison für sechs Monate von Werder Bremen ausgeliehen war, unterzeichnet Mehr…

Abstieg

Seinen Verein sucht man sich nicht aus. Und wenn, dann nicht mit Hilfe einer vollausgeklügelten Analyse. Als ich mich in den 90ern entschieden habe, Freiburg-Fan zu sein, ging es nicht darum, dass es ein „besonders sympathischer“ Verein ist. Um genau zu sein, weiß ich gar nicht mehr, was konkret der Ausschlag war. Vielleicht das Underdog-Image. Vielleicht schon damals das Versprechen, dass hier Fußball gespielt wird, im wahrsten Sinne des Wortes, zelebriert. Frech, offensiv, gleichzeitig mit Mehr…